Mobile oder stationäre Dieseltankstelle?
Die Frage ist nicht, welche Bauform besser ist, sondern wo Ihre Maschinen stehen und wie viel sie verbrauchen.
Das Wichtigste in Kürze
- Mobil (110–980 l): Kraftstoff kommt zur Maschine, Stufe A, kein Abfüllplatz bei echter mobiler Nutzung.
- Stationär (ab 1.000 l): günstiger Großeinkauf, aber Anzeige, Prüfung und Abfüllplatz.
- Transport: bis 1.000 l Diesel nach der 1000-Punkte-Regel, bis 450 l je Behälter weitgehend ADR-frei.
- Viele Betriebe kombinieren: stationär auf dem Hof, mobil im Außeneinsatz.
Im Vergleich
Mobile Tankanlage
110 bis 980 Liter, auf Pickup, Pritsche, Anhänger oder Stapler.
- Kraftstoff kommt zur Maschine
- Oberirdisch Stufe A: keine Anzeige, keine Sachverständigenprüfung
- Kein Abfüllplatz nötig, solange wirklich mobil genutzt
- Transport nach ADR-Regeln (1000 Punkte, 450-Liter-Grenze)
- Ab ca. 600 Euro netto, z. B. die Dieseltankstelle 440 l
Stationäre Tankanlage
1.000 bis 10.000 Liter und mehr, fest auf dem Betriebsgelände.
- Maschinen kommen zur Tankstelle
- Größere Mengen, günstiger Einkauf per Tankwagen
- Ab 1 m³ anzeige- und prüfpflichtig
- Abfüllplatz nach TRwS 781 erforderlich
- Optional Tankautomat zur Mengenerfassung je Fahrer
Ausstattung selbst wählen: Tankanlagen-Konfigurator
Drei Fragen zur Entscheidung
- Wo stehen Ihre Maschinen? Meist draußen auf Feld oder Baustelle → mobil. Abends auf dem Hof → stationär.
- Wie viel brauchen Sie pro Woche? Unter 500 Liter → mobil reicht. Deutlich mehr → stationär plus mobile Ergänzung.
- Wollen Sie Verbrauch je Maschine erfassen? Dann stationär mit Zählwerk oder Tankautomat.
Die häufigste Lösung: beides
Viele Betriebe tanken die Hauptmenge an einer stationären Anlage auf dem Hof und versorgen Maschinen im Außeneinsatz mit einer mobilen Tankstelle bis 450 Liter. So bleibt der Transport ADR-frei, und der Tankwagen liefert trotzdem große Mengen.
Kunststoff, Stahl oder doppelwandig?
Kunststoff (PE)
Leicht, korrosionsfrei, günstig. Für die meisten mobilen Anwendungen.
Stahl
Robust gegen Stöße und UV, für raue Baustellen und lange Nutzung.
Doppelwandig
Mit Leckanzeige, kein separater Auffangraum nötig – Standard bei stationären Anlagen.
Unsicher, was passt?
Rufen Sie uns an – wir fragen nach Maschinen, Verbrauch und Einsatzort und empfehlen die passende Kombination.
Häufige Fragen
Darf ich eine mobile Tankanlage dauerhaft auf dem Hof stehen lassen?
Ja, aber dann gilt sie wasserrechtlich als ortsfest genutzte Anlage. Bis 1.000 Liter Diesel bleibt sie in Gefährdungsstufe A; der Platz sollte trotzdem befestigt sein und Bindemittel bereitstehen. Darüber gelten die Regeln für stationäre Tankstellen.
Wie viel Diesel darf ich mit einer mobilen Tankanlage transportieren?
Nach der 1000-Punkte-Regel des ADR bis zu 1.000 Liter Diesel je Fahrzeug, bei Behältern bis 450 Liter für die eigene Arbeit sogar weitgehend ohne ADR-Pflichten. Der ADR-Rechner zeigt es für Ihre Ladung.
Kann ich beides kombinieren?
Ja, und das ist in vielen Betrieben die beste Lösung: eine stationäre Anlage auf dem Hof und eine mobile Tankstelle, mit der die Maschinen draußen versorgt werden.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 39 AwSV – Gefährdungsstufen von Anlagen
- Bayerisches Landesamt für Umwelt – Eigenverbrauchstankstellen
- ADR-Rechner: 1000-Punkte-Regel und Handwerkerregelung (mobile-tankstellen.de)
Allgemeine Hinweise ohne Gewähr, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils gültige AwSV, die TRwS 781, das Landesrecht und die Vorgaben Ihrer unteren Wasserbehörde. Redaktion: SENSOR TECHNIK · Zuletzt aktualisiert: